Eye-Bombing? Was ist das denn? Werden die Fotofreunde jetzt etwa kriminell?

Nein, ganz im Gegenteil. Eye-Bombing ist eine witzige Idee, mit Augen, die man auf beliebigen Gegenständen anbringt, diesen Gegenständen sowas wie Lebendigkeit zu verleihen. Dadurch entstehen Momente, die Passanten kurz innehalten und/oder lachen lassen. Die sich freuen über eine nette Abwechslung im Alltäglichen.
Frank hat darüber schon mal im Internet gelesen und war von den witzigen Bildern, die dabei entstehen, inspiriert, daraus mal einen Thementag für Blende20 zu machen.

Wir treffen uns am Bahnhof in Radolfzell. Klaus kommt wie angekündigt etwas später. Frank verteilt schon mal die vorbereiteten Tüten mit den unterschiedlich großen Styropor Kugeln, die mit einem Edding Stift eine Pupille aufgemalt bekommen haben. Außerdem sind in jeder Tüte noch ausreichend Klebepads dabei, um die Kugeln dann auf die verschiedenen Objekte kleben zu können.

Klaus ist noch nicht da und wir gehen schon mal los. Anfangs sind wir alle etwas zögerlich und unentschlossen. Noch ist es etwas kühl und bedeckt. Vielleicht kommt daher die Zurückhaltung. Erna macht dann den ersten Versuch. Ein steinerner Hase, der auf dem Vorplatz vom Stadtmuseum steht, ist das erste „Opfer“. Damit haben wir auch gleich eine „Regel“ des Eye-Bombing gebrochen. „Bringe niemals Augen auf etwas an, das schon Augen hat“. Der Hase möge es uns verzeihen. Mit den großen Augen sah er dann eher aus wie ein Frosch :-o. Wir machen unsere ersten Bilder.

Auf unserem weiteren Weg kommen wir an einen Brunnen. Frank bringt zwei Kugeln am Wasserhahn an. Der sieht jetzt aus wie eine ständig laufende Nase. Jetzt kommt langsam Schwung in unsere Truppe. Aus allen möglichen Perspektiven macht jeder Fotos davon und wir finden das sehr lustig. Die anfängliche Schüchternheit lässt merklich nach.

Jetzt beobachten uns auch zunehmend umstehende Passanten bei unserem Tun. Zunächst etwas verwundert, aber als sie sehen, was wir da so tun, bekommen wir schon das eine oder andere Lächeln zu sehen. Auch steht so mancher mit seinem Handy bereit, um die zum Leben erweckten Gegenstände zu fotografieren. Erstaunlich, welche Wirkung man mit zwei kleinen Styropor Kugeln erzielen kann.

Weiter geht es mit dem Werbeobjekt einer Eisdiele, eine große Eis-Waffeltüte. Mit zwei großen Augen versehen sieht das Eis jetzt aus wie ein Clown (Die Erdbeereis Kugel ist dabei die Nase, die Sahne oben drauf ein Hut). Ruckzuck schwärmen wir jetzt in alle möglichen Richtungen aus, Klaus ist mittlerweile auch dazugestoßen. Briefkästen, Türklinken, Mülleimer, Türen, Stühle, Blumenarrangements, Telefonzellen. Nichts ist vor uns „sicher“.

Nachdem wir jeweils unsere Fotos von den verzierten Objekten gemacht haben, entfernen wir die Augen mitsamt Klebepads wieder und hinterlassen auch keinen Müll in Form von unseren Klebepads. Das ist eine weitere „Regel“ beim Eye-Bombing. Nichts zu verunstalten durch schwer oder gar nicht mehr entfernbare Rückstände. Wir wollen ja keinen Ärger bekommen mit einer Aktion, die das genaue Gegenteil zum Zweck hat. Freude bereiten.

An manchen Objekten lassen wir die Augen dann auch dran, damit die vorübergehenden Menschen noch etwas Freude damit haben. Inzwischen wurden wir auch immer mal von Passanten angesprochen.
„Wie kommt man denn auf so eine Idee?“, „Das ist ja mal witzig, was Ihr da macht“, „sehr schöne Geschichte, Menschen auf diese Art zum Lachen zu bringen“ und „die einfachten Ideen sind doch oft die besten“. Das sind so die Kommetare, die wir zu Hören bekommen. Wir haben also nicht nur Spaß an unserem Tun, sondern kommen auch mit den Leuten ein wenig ins Gespräch und freuen uns über das positive Feedback.

Erna hat Lust auf ein Eis und Klaus dürstet es nach dem besten Espresso in der Stadt. Auf gehts zu Fernando, wo beide Bedürfnisse befriedigt werden können. Wir machen eine kleine Pause und besprechen das weitere Vorgehen.

An diesem Tag findet in Radolfzell auch das vom Radiosender SWR1 veranstaltete Event „Pfännle“ statt. Wir beschließen, uns das mal anzusehen, obwohl wir schon gehört haben, dass dort mächtig viel los ist. Inzwischen ist es auch sehr sonnig und herbstlich „warm“ geworden. Wir gehen also in Richtung „Pfännle“ Event durch die Bahnhofunterführung an die Seepromenade. Es ist wirklich sehr voll hier. Die Biertischgarnituren am Konzertsegel sind bis auf den letzten Platz gefüllt, die Bistrotische rund um die Aktionszelte sind auch alle belegt. So richtige Motive wollen uns hier auch nicht mehr ins „Auge“ springen. Wir entscheiden uns dann dafür unser „wohlverdientes“ Bier/Johannisbeerschorle auf der Terasse vom 5. Element gemütlich im Sitzen zu uns zu nehmen.

Das war ein rundum gelungener Thementag, frei nach unserem Motto „catch the moment“ war das im wahrsten Sinne des Wortes ein „Eye-catcher“. Uns hat es allen viel Spaß gemacht, wir haben so manchem Fremden eine Freude gemacht und konnten so, auch dank der Blende20 Polo Shirts, etwas auf unsere Fotogemeinschaft aufmerksam machen. Mal sehen, vielleicht meldet sich ja mal die eine oder andere Person bei uns.

Autor: Frank