„Lost Places“ sind schon immer fesselnd gewesen und so war auch dieses Jahr ein Thementag dafür angesetzt. Schnell war klar, es hätten ruhig auch 2 Tage sein können. Die Vorbereitungen wurden dieses Jahr mehr oder weniger kurzfristig und mit viel Zuarbeit aller Beteiligten dann aber auch schnell erledigt. Die Wahl fiel auf Frankreich, nicht nur bekannt für alte Weine sondern auch für alte Gebäude, die im Gegensatz zu den Weinen keiner mehr haben will. Nur Fotografen und Menschen mit „anderen“ Neigungen werden von diesen Orten magisch angezogen – oder habe ich noch jemanden vergessen?

Für einen Sonntag sehr früh – nämlich 0600 (nullsechshundert) klingelte mein Wecker und ich denke auch der eine oder andere Wecker meiner Fotokollegen. Schnell die am Vortag gepackten Sachen geschnappt und noch im Halbschlaf zum vereinbarten Treffpunkt – diesmal bei Klaus in Radolfzell – gefahren, Autos weggeparkt und auf zum Bäcker: süße Stücke und Kaffee durften nicht vergessen werden. Auch ein Navigationsgerät eines namhaften Herstellers wurde mitgeführt – im Nachhinein betrachtet hätte man das Navi jedoch glatt vergessen können. Kreisverkehre im Land der Kreisverkehre falsch anzusagen war kulturell beleidigend. Aber so ist Technik nun einmal; nicht immer politisch korrekt.

Den Rhein querend und den ersten Kreisverkehr meisternd wurden wir bis zum Ziel – eine Stadt in Frankreich mit einem Parkplatz darin – durch die blödsinnig brabbelnde Stimme der Navigation im Zusammenhang mit den vielen Kreisverkehren genüßlich unterhalten. So verflog die Zeit wie im Flug und wir vergrößerten alsbald unsere Gruppe bestehend aus Klaus, Frank und Darko um zwei weitere Fotografen, nämlich Verena und Jörg. Das Objekt der Begierde – ein verlassenes Fabrikgelände – war nur weniger Meter von Parkplatz entfernt. Gemütlich sickerten wir in das Gebäude ein und sortierten unsere Ausrüstung an einem Fenstersims – mitlerweile ohne Fenster – und beschlossen, besser eng zusammen zu bleiben. Ganze 16 Sekunden später waren wir schon alle gegenseitig außer Sichtweite – toller Plan:)

Wie in Trance funktionierten wir nur noch: anvisieren… Schuß und … Treffer! Große Hallen, dunkle Keller, viel Technik und ein Bach boten sich unseren Objetiven dar… und ein Safe mit verschlossenen Türen.

Es stand noch eine andere Location auf dem Tagesplan und – hin und wieder auf Jörg wartend – schafften wir es uns vom ersten Objekt abzunabeln und uns in Richtung nächstes Objekt weiter zu bewegen. Der Navigation sei dank – und ein Schelm wer mir Sarkasmuss unterstellt – ging die Fahrt weiter durch doppelt genommene Kreisverkehre direkt – oder auch nicht – zum Ziel: einem Gebäude in Frankreich mit einem Parkplatz davor.

Begeistert vom Objekt und teilweise in falscher Richtung, jedoch im Schatten parkend, wurde die Ausrüstung aufgenommen und ein kleiner aber steiler Aufstieg zum unauffälligen Zugang zum Objekt in Angriff genommen. Mit Perlen auf der hohen Stirn und Lungenpfeiffen trennte sich die sportliche Spreu vom keuchenden Weizen – doch „never ever give up!“. Etwas erholt näherten wir uns weiter dem Gebäude auf einem erneut steilen und unbefesigten Abstieg und stellten fest, dass wir nicht alleine waren.
Andere Menschen mit „Neigungen“ waren auch schon da: mindestens ein dutzend Neugierige, Fotografen und Modells (wenn auch angezogen) stöberten durch das Château und füllten Ihren Sonntag mit Impressionen. Viele Zimmer gab es abzulichten, viele Objekte mussten im richtigen Winkel und mit gutem Licht auf die Speicherkarten gebannt werden – des öfteren wurden Räume auch mehrfach begangen.

Alte Bäder, Schränke und interessante Tapeten wurden diesmal abgelichtet… und 4 Safes mit verschlossenen Türen – ein fünfter war bereits geöffnet!

Fast schon nebensächlich war die Entdeckung des Nebengebäudes, welches zugewuchert und durch Jörg und mich – Darko – im Schnelldurchgang abgearbeitet wurde. Noch ein kurzer Schwatz über die anzufahrende Futterstelle zur geordneten Nahrungsaufnahme und der Rückzug wurde beschlossen. Diesmal in umgekehrter Reihenfolge: steiler, unbefestigter Aufstieg, Lungenpfeiffen und Perlen, Abstieg und wieder Spaß mit der Navigation. Der ohnehin schon lange Tag wurde durch die Suche nach freien Plätzen in einem Restaurant nochmals verlängert. In der Verlängerung wurden wir dann mit einem 1:0 in dem Spiel Fotografen gegen Essen belohnt.
Müde von Tag und voller Impressionen (viele Fotos und 6 Safes) trennte sich die Gruppe vor einem Restaurant mit einem Parkplatz davor und trat den Heimweg an; unterschiedliche Richtungen und ein anderes Navigationsgerät!

Ähnlichkeit zu andere Personen, Gebäuden, Châteaus und Orten mit Parkplätzen sind rein zufällig:)